Mit einem Partner zusammenarbeiten kann vieles heißen. Die Modelle unterscheiden sich darin, wie viel du selbst machst, unter welchem Namen du auftrittst und wie fest du gebunden bist.
Die Modelle im Überblick
- Der Tippgeber stellt nur den Kontakt her. Salopp gesagt: Er reicht die Selbstauskunft seines Kunden „über den Zaun“ und sagt: „Hier, Baufimakler, mach mal.“ Beraten darf er nicht (mehr dazu in Kapitel 20).
- Der Kooperationspartner vergleicht selbst, erstellt Angebote und berät seine Kunden. Er tritt unter seinem eigenen Namen und Logo auf. Der Pool liefert ihm Zugänge, Support und die Abwicklung.
- Der Franchisepartner arbeitet ebenfalls selbstständig und unabhängig, nutzt aber die Marke und den Ruf seines Partners. Er tritt unter dessen Namen auf und bekommt oft Kundenanfragen über dessen Website.
- Der Niederlassungsleiter ist die Krönung. Er führt eine eigene Niederlassung mit Mitarbeitern und bindet weitere Vermittler an sich an. Gemeinsam bearbeiten sie den Markt.
- 1Tippgeberstellt nur den Kontakt herohne Beratung
- 2Kooperationspartnerberät unter eigenem Namen und LogoPool liefert Zugänge
- 3Franchisepartnerselbstständig unter der Marke des PartnersAnfragen über eine eigene Beraterseite auf dessen Website
- 4Niederlassungsleitereigene Niederlassung mit Mitarbeiternbindet Vermittler an sich
Franchisepartner oder Handelsvertreter – wo liegt der Unterschied?
Beide treten unter einer fremden Marke auf. Der Unterschied steckt im Vertrag. Der Handelsvertreter nach § 84 HGB ist an seinen Vertrieb gebunden und arbeitet für ihn (Kapitel 2). Der Franchisepartner bleibt freier Makler und nutzt Marke und System seines Partners. Er kann alle Banken und Produkte anbieten, die ihm sein Pool zur Verfügung stellt.
Wichtig zu wissen: Auch als Franchisepartner bist rechtlich du selbst der Vermittler. In deiner Erstinformation für den Kunden nennst du deshalb deinen eigenen Namen, deine Erlaubnis und deine Registernummer.
Was sind Vergütungsstufen?
Viele Pools staffeln die Provision nach Volumen. Die Logik dahinter: Wer wenig Umsatz macht, hat meist auch wenig Erfahrung und braucht mehr Unterstützung. Er macht dem Pool also mehr Arbeit und bekommt dafür weniger Provision. Wer mehr Volumen bringt, steigt auf. Typisch sind Stufen ab etwa einer Million, ab drei bis fünf Millionen und darüber. Nachvollziehbar, ja. Für Einsteiger aber bitter, denn gerade am Anfang zählt jeder Euro.
Es geht auch ohne Staffel
Nicht jeder Pool arbeitet mit Staffeln. Einige zahlen auch Einsteigern von Anfang an die volle Provision, bei KREDITPLANET24 zum Beispiel im Durchschnitt rund 1,7 Prozent der Finanzierungssumme. Für dich als Einsteiger ist das ein echter Vorteil: Gerade in der Anlaufphase entscheidet die Höhe der Provision darüber, ob du von deiner Arbeit leben kannst. Frag deshalb bei jedem Pool gezielt danach.
Meine Empfehlung für den Start
„Wenn ich heute noch einmal als Baufimakler anfangen würde, würde ich Franchisepartner werden. Eine eigene Website und eine eigene Marke aufzubauen, kostet enorm viel Arbeit und bringt am Anfang kaum etwas. Erst wenn du ein großer, ernstzunehmender Anbieter bist, bedeutet deine Marke etwas für dein Geschäft. Als Franchisepartner profitierst du vom ersten Tag an vom Ruf einer starken Marke und bekommst Anfragen über deine eigene Beraterseite auf deren Website. Mir hätte das damals sehr geholfen.“
Olaf Lippold
Natürlich steht es jedem frei, seine eigene Marke aufzubauen. Ein Franchisemodell ist ein Angebot, keine Pflicht. Welcher Weg zu dir passt, zeigt Kapitel 19.